Berichte

Am 17. September 2010 weihte die Freiwillige Feuerwehr Löschgruppe Boele-Kabel ihr Gerätehaus in der Steinhausstr. 49 ein.
Gerne hat auch der TSV Kabel in Person des 1. Vorsitzenden Manfred Dittrich, auf Einladung, an der Einweihung und der anschließenden Besichtigung teilgenommen.
Nachfolgend noch einiges zur Historie unserer ehemaligen Halle:

30 Jahre nach Gründung des Turnvereins (1882), im Jahre 1912, wird die Planung nach wiederholten Anläufen aktuell. Die Kabeler Fabrikantenfamilie Karl Steinhaus stiftete ein geeignetes Grundstück an der Külpestraße, der heutigen Steinhausstraße. Der Zufahrtsweg zu diesem Grundstück ist eine Stiftung des Ziegeleibesitzers Karl Kramberg.
Trotz Aufruf von Spenden und Verkauf von Anteilscheinen blieb die Finanzierung ungesichert. Gleichwohl begann das Bauunternehmen Josef Eickelmann im Frühjahr 1913 mit den Arbeiten. Die Turner halfen, wo sie konnten. Im Oktober war die Halle fertig gestellt.Mit einem Festzug durch die Gemeinde, einer festlichen Einweihungsfeier und einem abendlichen Ball wurde das Ereignis gefeiert. Während der Feier trug Heinrich Zecher sen., der mit 21 Jahren Oberturnwart wurde und dieses Amt 15 Jahre bekleidete, die Fahne, gestiftet von “Sally Blumenthal”. (Siehe auch Jubiläumsheft : “125 Jahre TSV Kabel” von 2007).
Viele junge Männer bildeten eine Pyramide, auf die Heinrich Zecher jr., der Vater des Lyra-Vorsitzenden Heinz Zecher und der allseits bekannten Marianne Lente, bis zur Spitze kletterte und die Fahne schwenkte, die ihm von seinem Vater gereicht worden war.
Das Gelände hinter der Halle war für Leichtathletik und Rasenspiele vorgesehen.
Bereits in der ursprünglichen Planung war der Anbau eines Wohnhauses an die Turnhalle vorgesehen. Im Jahre 1927 kam dieser Plan dann zur Ausführung. Die Baukosten der Halle in Höhe von 18.156,51 Mark in Verbindung mit den laufenden Unterhaltungskosten und notwendigen Neuinvestitionen waren für den Verein kaum zu tragen. Die Finanzierung des Wohnhauses (43.773,05 RM) erfolgte ausschließlich mit Fremdmitteln und stellte eine Überforderung dar.
Nach der Fertigstellung bewohnte die Familie Horchler das Haus. Später zogen auch die Familien Heinrich Zecher jr., Josef Pingel, Emil Otto und Karl Schnelle ein.
Im Jahre 1938 wurde das Grundstück mit aufstehenden Gebäuden an die Stadt Hagen übertragen.
Im Jahre 1943 wurde die Turnhalle durch einen Bombenangriff sehr stark beschädigt. (Siehe oben Bild 2)
Dabei stürzte die Decke ein. In der letzten Zeit des II. Weltkrieges wurde die Halle zum Lager für “Fremdarbeiter”. Gefangene Russen und Polen mit Frauen und Kindern, Holländer und Franzosen waren hier untergebracht.
Kurz nach Beendigung des Krieges am 3.Mai 1945 musste Kabel innerhalb von 24 Stunden geräumt werden. Auf Anordnung der britischen Militärregierung wurde der Ortsteil durch ehemalige Zwangsarbeiter, insbesondere durch Polen, besetzt. Die Besetzung endete am 23.5.1947.
Die geräumte Turnhalle wurde danach mit einem Kostenaufwand von 4.000,- RM neu hergerichtet.
Im Jahre 1951 beschlagnahmte erneut die Stadt Hagen die Halle. Sie diente als Notunterkunft für Ostzonenflüchtlinge.
Später soll eine Reparaturwerkstatt ansässig gewesen sein, die Spedition Aufterbeck nutzte das Gelände als Stellplatz.Zwischenzeitlich ging das Areal in den Besitz des Bundes über. Danach nutzte das Technische Hilfswerk bzw. der Zivilschutz Gebäude und Gelände für seine Zwecke.
Die Stadt Hagen hat 2006/2007 die Immobilie vom Bundesvermögensamt erworben, um ein dringend benötigtes Gerätehaus für die Freiwillige Feuerwehr Löschgruppe Boele-Kabel herzustellen. Aus unserer ehemaligen Turnhalle ist durch die Löschgruppe in mehrjähriger Bauzeit zum Teil in großer Eigenleistung ein Gerätehaus entstanden.
Zur Freude des Turnvereins bleibt die Fassade des ehemaligen Wohnhauses im Eingangsbereich mit den 4 F`s (Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei) und dem DTB-Emblem weiterhin erhalten.
(Siehe Bildausschnitt direkt neben dem Gebäude)
Es ist eine schöne Erinnerung an über 80 Jahre Vereinsgeschichte des TSV Kabel.

Fotos: Heinrich Zecher und Manfred Dittrich

Festakt 125 Jahre TSV Kabel

60-0-Festakt-125-Jahre-TSV-Kabel-2007.html

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